Alle Bildungsgänge mit Tablets ausgestattet!

Letztes Etappen-Ziel erreicht: Alle Bildungsgänge mit Tablets ausgestattet

Seit November 2022 arbeiten alle Schüler am Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg mit einem eigenen Tablet

 

Angefangen hatte die Tablet-Einführung am kaufmännischen Berufskolleg im Schuljahr 2016/2017. Der Einstieg wurde über den Bildungsgang Groß- und Außenhandel geschaffen – damals als kreisweit erstes Projekt.

 

Der ehemalige Schulleiter Michael Paul war überzeugt davon, dass sich auch Schule schnellstmöglich der voranschreitenden Digitalisierung stellen muss. Junge Menschen brauchen eine Verzahnung zwischen Internetnutzung im Alltag und Office-Anwendungen im Berufsleben mit einem für sie erkennbaren Nutzen. Hierfür ist Schule die richtige Schnittstelle und das Tablet die Austausch-Möglichkeit zwischen Schülern und Lehrkörpern. Und so hielt das Tablet Einzug in den Unterricht. Seitdem ist es sowohl Handwerkszeug als auch Lernmotivator. Es bietet nicht nur vielfältigste Interaktionsmöglichkeiten, sondern auch eine flexible und abwechslungsreiche Unterrichtsgestaltung.

Die Methoden- und Medienvielfalt ergibt sich durch Internet-Recherchen und Verlinkungen. Das Programm OneNote leistet eine Strukturierung des Lehrstoffs. Unabhängig von Zeit und Raum stehen den Lernenden und Lehrern die erarbeiteten Materialien zur Verfügung. Auch abwesende Schülerinnen und Schüler können sich jederzeit auf dem neuesten Stand halten und den Lernstoff nachholen. Nach und nach wurden weitere Bildungsgänge mit Tablets ausgestattet; der Industrie- und Bankenbereich sowie der Einzelhandel und die Fachschule für Wirtschaft folgten, dann das Wirtschaftsgymnasium und die Höhere Handelsschule. Entsprechend schnell mussten die Datenleitungen ausgebaut werden. Am Schulstandort Bad Oeynhausen wurden als Berufe die Steuerfachangestellten, die Kaufleute für Büromanagement und die Kaufleute im E-Commerce sowie die Medizinischen- und Zahnmedizinischen Fachangestellten vernetzt.

 

Rückblickend lässt sich festhalten, dass sich der Anfang gar nicht so einfach gestaltete. Viele Unternehmen wurden durch persönliche Besuche vom Projekt überzeugt. Damit Digitale Schule nicht an analogen Lehrern scheitert, mussten viele Fortbildungen besucht werden. Auch die technische Infrastruktur, angefangen von den Nutzerkonten bis zu Geräteproblemen, ist mit hohem Aufwand zu verwalten. Trotz aller anfänglichen Hürden wurden die gesteckten Ziele konsequent verfolgt – man hat sich entschlossen und gemeinsam auf den Weg gemacht.

 

Im November 2018 reisten Michael Paul und sein Stellvertreter Oliver Dunst ins Kanzleramt nach Berlin, die Digitalisierungsministerin Dorothee Bär hatte 30 Schulvertreter eingeladen. Man könne Dinge, die gut funktionieren auch von anderen übernehmen, so ihr Ansatz. Die beiden Herren stellten das Konzept aus Minden vor, bei dem die Schülerinnen und Schüler selbst für die Beschaffung ihrer Geräte zuständig sind. Dennoch gibt es einige software- und hardwaretechnischen Vorgaben seitens der Schule damit ein einheitliches Arbeiten möglich ist. Den Schülern, denen keine Betriebe zur finanziellen Unterstützung zu Seite stehen, kann der schuleigene Förderverein in Ausnahmefällen mit Finanzierungsmöglichkeiten unter die Arme greifen.

 

„Am Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg kann jedes Tablet mit einem Beamer gekoppelt werden, um eine gemeinsame Bearbeitung der Inhalte vorzunehmen“, erklärt Carsten Mittelberg, Schulleiter seit November 2020 und natürlich Tablet-Befürworter. Gemeinsam mit Oliver Dunst wickelte er das Digitalisierungs-Projekt weiter ab. Inzwischen wurden zusätzlich 86 zoll-große Bildschirme (218 cm Diagonale), sogenannte digitale Tafeln angeschafft, die das Konzept vervollständigen und weitere visuelle Möglichkeiten bieten. Hierfür steht inzwischen eine 10 Gigabit-Datenleitung zur Verfügung. Die Auszeichnungen „Digitale Schule“ vom Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW und „Microsoft Showcase School“ wurden dem Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg von beiden Institutionen im September erneut verliehen.

 

Letztendlich ist aber eines für den Erfolg der Digitalisierung an Schule entscheidend: Die Schülerinnen und Schüler erlangen ihre Medienkompetenz vor allem durch Selbstorganisation und Eigenverantwortung, so sind sich Carsten Mittelberg und Oliver Dunst einig. Stolz ist man, dass nun auch der Rechtsanwalt- und Notarbereich das letzte Etappen-Ziel erreicht hat und damit gibt es 101 Klassen mit immerhin ca. 2.000 Schülern, die mit einem Tablet ausgestattet sind.