Digitale Pionierarbeit

Schon mehr als 500 Schülerinnen und Schüler arbeiten im Unterricht ausschließlich mit Tablets

Egal ob Smartphones, PCs, Laptops oder Tablets – digitale Endgeräte sind aus dem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken. Dies gilt besonders für die Arbeitswelt. Das kreiseigene Berufskolleg Freiherr-vom-Stein in Minden und Bad Oeynhausen setzt seit zwei Jahren Tablets im Unterricht ein. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler auf die berufliche Wirklichkeit vorzubereiten, die Lernmotivation und vor allem den Lernerfolg zu steigern. Mit der Umstellung auf den Tablet gestützten Unterricht leistet das Berufskolleg Pionierarbeit. Bisher sind es deutschlandweit nur sehr wenige öffentliche Schulen, die auf einem ähnlichen Level hinsichtlich digitaler Didaktik und Technologie sind wie das Berufskolleg. Wie die Nutzung der Tablets im Unterricht genau funktioniert, das konnte sich Landrat Dr. Ralf Niermann bei seinem Besuch des Freiherr-vom-Stein Berufskollegs aus der Nähe anschauen.

Das digitale Klassenzimmer – Besuch einer Tablet-Klasse

Im Politikunterricht der Großhandelskaufleute des Freiherr-vom-Stein Berufskollegs schaut niemand mehr auf die grüne Tafel an der Stirnseite des Klassenzimmers. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten die Aufgaben an ihren Tablets. Aktuelles Unterrichtsthema im Politikunterricht ist der Ausbildungsvertrag. Die Auszubildenden sollen zum Thema Probezeit, Kündigungsfristen und Beendigung des Ausbildungsverhältnisses recherchieren. Im Anschluss an die Bearbeitungsphase erfolgt die Präsentation der Ergebnisse über einen Beamer mit dem sich die Auszubildenden direkt verbinden. Im Gespräch mit Landrat Niermann berichten die Schülerinnen und Schüler, dass ihnen die Nutzung der Tablets während des Unterrichts vor allem für den betrieblichen Teil der Ausbildung sehr helfe, da der PC in diesem Beruf immer benötigt werde. Im Laufe der letzten beiden Schuljahre haben sie bei der Nutzung der Tablets eine echte Routine entwickelt: „Am Anfang brauchte man eine Eingewöhnungszeit, aber inzwischen ist es völlig normal,“ so die Meinung der Tabletklasse.

Bring-your-own-device

Die Beschaffung der Geräte leisten die Schülerinnen und Schüler bzw. Ausbildungsbetriebe vollkommen eigenständig nach technischen Vorgaben der Schule (Bring-Your-Own-Device-Konzept). Das Verantwortungsbewusstsein für das eigene Gerät soll dadurch gefördert werden. Für die mittlerweile ebenfalls im digital-didaktischen Konzept integrierten Schülerinnen und Schüler des Wirtschaftsgymnasiums, die an der Schule das Abitur erwerben, ist eine Eigenbeschaffung notwendig. Vereinzelt sei es hier auch schon vorgekommen, dass die Kosten das familiäre Budget übersteigen. Dafür gibt es den Förderverein des Berufskollegs, der gegebenenfalls unbürokratisch hilft. „Uns ist wichtig, dass alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit bekommen, Tablets zu nutzen und niemand aus Kostengründen ausgeschlossen wird. Das stellen wir mit dem Förderverein sicher,“ so Schulleiter Michael Paul.

Arbeitswelt 4.0

 

Die Anforderungen von Unternehmen an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hinblick auf die Nutzung von neuen Technologien nehmen ständig zu; dies gilt natürlich auch für Auszubildende. Die Förderung der Medienkompetenz gewinnt in der schulischen Ausbildung daher zunehmend an Bedeutung. In der Bildungspolitik wird auf eine starke Verknüpfung von Digitalisierung und Bildung gesetzt. So fordert beispielsweise die Kultusministerkonferenz (KMK) eine „verbindliche Integration medienbezogener Inhalte und Kompetenzen in die Lehr- und Bildungspläne aller Unterrichtsfächer.“ Das Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg setzt dies um: Gestartet wurde im Schuljahr 2016/17 in den dualen Berufsausbildungen für Groß-und Außenhandelskaufleute, Bankkaufleute und Industriekaufleute. Inzwischen gesellen sich weitere Klassen und Bildungsgänge in diesem bzw. im kommenden Schuljahr zu den Tabletnutzern hinzu. Dieses sind beispielsweise Steuerfachangestellte, Wirtschaftsgymnasium, Wirtschaftsfachschule und diverse andere. Die Ausweitung des Tablet gestützten Unterrichts liegt vor allem an der immer weiter steigenden Nachfrage durch die ausbildenden Unternehmen „Wichtig an der Digitalisierung der Klassenzimmer ist vor allem, dass wir die Betriebe mit ins Boot holen. Das ist uns bisher ganz gut gelungen,“ so Paul.

Vorteile für alle Beteiligten

 

Stellvertretender Schulleiter Oliver Dunst sieht in der Nutzung der Tablets den Vorteil, dass der Unterricht flexibler gestaltet wird. Internet-Recherchen können spontan durchgeführt werden, ohne dass hierfür ein PC-Raum gebucht werden muss. Zudem, so Dunst, werde der sichere Umgang mit Office-Anwendungen durch das ständige Nutzen der Geräte dauerhaft gefestigt. Schülerinnen und Schüler der Tablet-Klassen erlernen so einen routinierten Umgang mit den Endgeräten. Der Unterricht wird effizienter gestaltet und das selbstorganisierte Lernen gefördert. Zudem wird die Methodenvielfalt gesteigert, was den Unterricht abwechslungsreicher und interaktiver gestaltet. Aber nicht nur für die Schülerinnen und Schüler ist die Tabletnutzung ein Vorteil, auch die Lehrerinnen und Lehrer profitieren davon. Nicole Heinz, Mitglied in der Tablet-Arbeitsgruppe beschreibt die Vorteile: „Manche Fächer, die unterrichtet werden, überschneiden sich hier und da. Durch die Digitalisierung des Lehrmaterials können Lehrkräfte nachverfolgen, welche Themen ihre Schüler bereits besprochen haben und wo Ergänzungsbedarf liegt.“

Technische Anforderungen

Das Berufskolleg gibt sehr genau vor, mit welchen Funktionen das Tablet ausgestattet sein muss. Damit wird sichergestellt, dass die im Unterricht genutzten Programme allen Nutzern gleichermaßen zur Verfügung stehen. Das Programm OneNote ist der zentrale Ort für den Unterricht. Es dient als Tafelersatz, bietet Platz für Notizen und verfügt über ein Tool speziell für Gruppenarbeit. Unterrichtsmaterialien können für alle einsehbar zur Verfügung gestellt werden, ohne Kopien anfertigen zu müssen. Ein flächendeckendes durchsatzstarkes WLAN für die Tablet-Klassen ist gewährleistet. Jeder User erhält einen individuellen Zugang zu Office 365 Cloud-Diensten (E-Mail, Kalender, Cloud-Speicher, Online-Office Anwendungen) sowie ein vollständiges professionelles Microsoft Office Paket. Eine ständige Überprüfung der Netzwerkaktivität seitens der Schul-EDV des Kreises sorgt für einen reibungslosen Ablauf und der Sicherheit des digitalen Unterrichts. Insbesondere hervorzuheben ist zudem das Engagement der Lehrkräfte: zurzeit arbeiten bereits 70 Prozent mit digitalen Endgeräten im Unterricht der Klassen mit digital-didaktischem Konzept.

Als Berufsschule ist das Freiherr-vom-Stein Berufskolleg des Kreises Minden-Lübbecke mit den Schulorten Minden und Bad Oeynhausen Partner von Wirtschaft und Verwaltung bei der dualen Berufsbildung und setzt den schulischen Teil der Berufsausbildung um. Heute besuchen ca. 2200 Schülerinnen und Schüler die Berufsschule oder das Wirtschaftsgymnasium, die Höhere Handelsschule und andere Schulformen im Vollzeitunterricht. Die Schulleitung geht davon aus, dass bis spätestens 2022 alle Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs mit einem Tablet arbeiten werden.

Bild (Janine Küchhold/Kreis Minden-Lübbecke): Auszubildende arbeiten mit ihren Endgeräten (Hintergrund: Landrat Dr. Ralf Niermann und Schulleiter Michael Paul

http://www.minden-luebbecke.de/Startseite/Aktuelles/Digitale-Pionierarbeit-am-Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg.php?object=tx,2832.14.1&ModID=7&FID=2832.1939.1&NavID=2832.538&La=1

Autor/in: Janine Küchhold

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