Creativaklasse

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Geschichte

Im Schuljahr 1997/1998 wird am Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg die Juniorfirma CREATIVA gegründet. Eine Juniorfirma ist ein von Schülern selbstständig geführtes Unternehmen. Die betreuenden Lehrer übernehmen beratende und unterstützende Funktionen. CREATIVA verfolgt die Zielsetzung, den Schülern unternehmerisches Denken und Handeln in der Realität zu vermitteln. Das pädagogische Projekt CREATIVA steht unter der Schirmherrschaft des Fördervereins des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs.

Das Unternehmen startet 1997 als Produktionsbetrieb mit dem Produkt EYCONTROL, einem Abschreibschutz für Klassenarbeiten. Seit 1999 wird EYCONTROL nicht mehr produziert. Aus dem Produktionsbetrieb wird ein Einzelhandelsunternehmen der Büroartikelbranche. In einem neu errichteten Kiosk in der Pausenhalle verkaufen die Jungunternehmer/innen Büroartikel an Mitschüler und Lehrer. Zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein entwickelt sich der Verkauf von Moderatorenkoffern, die individuell nach Kundenwünschen zusammengestellt werden.

Die Ausgangssituation

Schon seit einigen Jahren können Schülerinnen und Schüler des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs in Minden (Nordrhein-Westfalen) ihre im kaufmännischen Unterricht erworbenen Fähigkeiten im Rahmen eines Simulationsunternehmens erproben und verbessern. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die die Höhere Handelsschule besuchen.

Im Gegensatz zu Berufsschülern, die im Rahmen der dualen Berufsausbildung schulische Lerninhalte mit Erfahrungen aus der Praxis verknüpfen können, stehen den Vollzeitschülern der Höheren Handelsschule keine entsprechenden praktischen Erfahrungen zur Verfügung. Aus lernpsychologischer Sicht ist die Verknüpfung theoretischer und praktischer Tätigkeiten aber eine wichtige Komponente effizienten Lernens. Somit ist der Ansatz, in Schulen für Vollzeitschüler Simulationsunternehmen einzurichten logisch und konsequent.

Simulationsunternehmen stoßen aber auch an ihre Grenzen. Da nicht tatsächlich mit Waren gehandelt wird, bleiben unternehmerische Entscheidungen für das Simulationsunternehmen und damit auch für die in ihm eingebundenen Schülerinnen und Schüler folgenlos. Sieht man von schulischen Beurteilungen ab, so werden richtige Entscheidungen nicht belohnt und falsche Entscheidungen nicht bestraft. In einer Zeit, in der Unternehmen in allen Hierarchiestufen auf verantwortungsbewusste Mitarbeiter angewiesen sind, rückt also ein wichtiges Lernziel, die Förderung verantwortungsbewussten Handelns, in Simulationsunternehmen nicht so stark in den Vordergrund.

Die Vorteile, die sich aus dem Projekt CREATIVA ergeben, beschränken sich nicht nur auf den schulischen Bereich. Mit Blick auf die zu beobachtenden Veränderungen in der Arbeitswelt wird seitens der Arbeitgeber berechtigterweise auf die zunehmende Bedeutung sogenannter Schlüsselqualifikationen hingewiesen. Auch hier hat CREATIVA viel zu bieten.

Den Schülerinnen und Schülern begegnen die Lerninhalte, anders als im traditionellen Unterricht, nicht nach einer lehrplanorientierten Fachsystematik, sondern im Rahmen komplexer Ablaufketten.

Diese an betrieblichen Abläufen orientierte Arbeitsstruktur ist besonders geeignet, um Schlüsselqualifikationen zu vermitteln. So wird

  • durch die Produktfindung, die Erarbeitung von Arbeitsstrategien und Problemlösungsmöglichkeiten und die Gestaltung von Plakaten die Kreativität gefördert,
  • durch das Erleben von Auswirkungen eigener Handlungen das Denken in Zusammenhängen gefördert,
  • durch Repräsentationsaufgaben Einzelner, durch überlegte Entscheidungen z.B. bei der Preisfestsetzung und durch Streben nach Kostendeckung die Selbstständigkeit und die Entscheidungsfähigkeit gefördert,
  • durch die Organisation des eigenen Funktionsbereiches, durch die Vorbereitung und Durchführung von Präsentationen und durch demokratische Entscheidungsfindung die Teamfähigkeit gefördert und
  • durch die Übernahme von Verantwortung und durch eigenes Handeln das Verantwortungsbewusstsein gefördert.

CREATIVA leistet damit einen Beitrag, Schülerinnen und Schüler auf ihre zukünftige Rolle als qualifizierte, verantwortungsbewusst handelnde Mitarbeiter eines Unternehmens vorzubereiten.

Ebenso wichtig, wie die eigene Qualifizierung ist für die Gründungsmitglieder des Projekts der persönliche Erfolg beim Eintritt in das Berufsleben. Für persönliche Vorstellungen im Rahmen des Bewerbungsverfahrens um Ausbildungsplätze, können sich die CREATIVA Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Informationsmappe zusammenstellen. Mit ihrer Hilfe kann während des Vorstellungsgespräches über das Projekt und das eigene Engagement informiert werden.

CREATIVA Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berichteten nach solchen Bewerbungsgesprächen immer wieder von einem großen Interesse ihrer Gesprächspartner an dem Schülerprojekt. Letztlich wird das Engagement der Schülerinnen und Schüler dadurch belohnt, dass überdurchschnittlich viele Mitglieder der Projektgruppe nach erfolgreichem Schulabschluss den gewünschten Ausbildungsplatz bekommen.

 

Rahmenbedingungen, Zeitpunkte, Laufzeit

Alle zwei Jahre wird im Rahmen der Höheren Handelsschule eine CREATIVA Klasse gegründet. Die Schülerinnen und Schüler können sich mit der Anmeldung zur Höheren Handelsschule freiwillig zu diesem zweijährigen Projekt anmelden.

Folgende Rahmenbedingungen bietet die Schule

  • zwei Unterrichtsstunden werden für die CREATIVA Klasse eingeplant,
  • CREATIVA wird von zwei Kollegen im Team betreut;
  • die Schule stellt den Verkaufsraum zur Verfügung

 

Durchführung

Das Projekt CREATIVA wird von einer Klasse der Höheren Handelsschule für jeweils zwei Jahre durchgeführt. Wichtige Stationen in diesem Zeitraum sind:

Gründung des Unternehmens

  • Kennen lernen der Mitgesellschafterinnen und Mitgesellschafter;
  • Finanzierung durch Eigenkapital (ca. 15 € pro Schülerin bzw. Schüler);
  • Erste Zuordnung von Aufgaben;

Eröffnung der Profitcenter

  • Büroartikelshop
  • Kooperationsverträge
  • Schüler-/Lehrerkalender
  • Kaffeetassen
  • Ihr Profitcenter

Durchführung von Nebenprojekten

  • Organisation des Verkaufes von Moderatorenkoffern
  • Gestaltung und Pflege einer Homepage
  • Durchführung von Inventuren und Erstellung von Inventaren

Beendigung des Projekts mit einer Projektpräsentation

 

Unsere Creativaklasse HH17H

Creativa Klassenfoto

 

Geschäftsführung:

  • Meeting mit den Abteilungsleitern führen
  • Organigramme erstellen
  • Bei anderen Abteilungen aushelfen
  • Konten buchen
  • Grundbuch/Hauptbuch führen
  • Periodenerfolg der einzelnen Profitcenter

Kooperationsverträge:

  • Unternehmen anschreiben
  • Schulen anschreiben
  • Für Werbung sorgen

Schüler- Lehrerkalender:

  • Selbsterstellter Schülerkalender
  • Inklusive Stundenplan
  • Kalender
  • Entschuldigungsheft

Büroartikel Shop:

  • Inventur durchführen
  • Bestellungen durchführen
  • Rechnungen überweisen
  • Preise/Angebote vergleichen
  • Verkäufe durchführen

Kaffeetassen:

  • Umstellung von Pappbechern auf ökologische und wiederverwendbare Trinkbecher

Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg

Habsburgerring 53 b
32425 Minden
Tel: +(0571) 837020
Fax: +(0571) 8370299

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